Arbeiten aus Holz.

Was mache ich aus dem Baumstamm, der so hoch ist wie ich? Oder doch lieber ein Stück Kirschholz aus meinem Garten, das schon lange auf seine künstlerische Bestimmung wartet? Langsam mache ich mich an die Arbeit, fertige eine Skizze an und setze mich mit meiner Idee auseinander. Ich bin gespannt wohin mich der Weg führt.

Aus einem rohen Stück Kirschholz entsteht ein Akt.

Mit einem Klüpfel und Schnitzeisen in der Hand, arbeite ich bis die Späne fliegen und sich nach und nach meine Form entwickelt. Wie bei der Steinarbeit gilt auch hier, was weg ist ist weg und lässt sich nicht mehr rückgängig machen.

In der Werkstatt riecht es nach Wald oder Obstbaumwiesen, weil ich am liebsten mit einheimischen Hölzern arbeite: Kirsche, Apfel, Birke oder Zwetschge. Holz ist ein lebendiger Werkstoff so dass auch Risse entstehen können, die zeigen, dass das Holz arbeitet.

Holz lässt sich, je nach Größe des Werkstückes, sehr gut von Hand bearbeiten.

Ich arbeite nicht mit der Kettensäge, Winkelschleifer oder anderen Geräten.

Wenn es gut abgelagertes Holz ist, entstehen keine Risse und mit dem richtigen Werkzeug wie dem Holzschnitzeisen verschiedener Breite, Raspeln und Schleifpapier lassen sich die Hölzer, falls gewünscht, auch glatt schleifen. Was mache ich mit Rissen oder Astlöcher? Manchmal lassen sich diese gut in die Form integrieren. Wie auch bei der Steinarbeit braucht es für die Arbeit mit Holz ein gutes Auge für Formen und Dreidimensionalität – und natürlich Geduld.

Aus einem groben Holzklotz entsteht eine dynamische Form.

Natürlich eignen sich auch viele Laub- und Nadelhölzer zum Schnitzen, z.B. Ahorn, Eiche, Birke, Lärche oder Eibe. Ein besonders weiches Holz ist das Lindenholz, es eignet sich gut für Anfänger.

Ein Stück helles Birkenholz mit Maserung wird zu einer dynamischen Form. Irgendwo habe ich dieses Stück gefunden und lange lagerte es im Atelier bevor ich mich entschloss, diesem Stück eine Form zu geben. Diese Form ist ganz glatt geschliffen, erst mit der Holzraspel, dann mit Schmirgelpaper, so dass die Maserung gut zur Geltung kommt.

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